Güssing, 30. 4. 2026
Vom 20. bis 25. April trainierten anlässlich der Milizübung 2026 vierhundertdreißig Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons Burgenland und Jägerbataillons Niederösterreich im Raum Güssing. Die Aufnahme und die Unterbringung erfolgten in der Montecuccoli-Kaserne.

Übungszweck
Im Rahmen des Aufbauplans ÖBH 2032+ soll das Jägerbataillon Burgenland sowohl in der Ausbildung als auch in der Ausrichtung auf einen mittleren Kampfverband mit PANDUR-Radpanzern zum Mannschaftstransport umgestellt werden. Um dieses Ziel möglichst zeitnah umsetzen zu können, lag der Fokus der Vorhaben auf der Steigerung der Gefechtsbereitschaft, um die Transformation weiter zu forcieren. Das Schwergewicht bildete die infanteristische Gefechtsausbildung unter Einbindung des Mannschaftstransportpanzers PANDUR. Die gesamte Übung wurde unter strengen Sicherheitsbestimmungen durchgeführt. Die Einhaltung aller Vorschriften hatte oberste Priorität und wurde durchgehend überwacht. Gleichzeitig wurde großer Wert auf eine professionelle und verantwortungsbewusste Umsetzung aller Ausbildungsinhalte gelegt.
Im Rahmen der Übung stand die weitere Steigerung der Einsatzbereitschaft im Mittelpunkt. Unter realitätsnahen Bedingungen trainierten die Soldatinnen und Soldaten den sicheren Umgang mit ihren Waffensystemen sowie das koordinierte Vorgehen im Trupp, in der Gruppe und im Zug. Dabei wurden sowohl statische als auch dynamische Schießszenarien durchgeführt, ergänzt durch taktische Bewegungsübungen im Gelände.
Einsatz von Duellsimulationssystemen
Unterstützung erhielt das Jägerbataillon durch den Einsatz von Duellsimulationssystemen. Duellsimulatoren sind hochmoderne Ausbildungsgeräte, die Gefechtssituationen realitätsnah und in Echtzeit darstellen. Sie ermöglichen eine gefechtsnahe Ausbildung, ohne dass dabei scharfe Munition verwendet werden muss. Die Waffen der Soldaten sowie die Bordwaffen der Fahrzeuge sind mit Lasersendern ausgestattet. Bei Schussabgabe wird ein augensicherer Laserstrahl ausgesendet.
Die Soldatinnen und Soldaten tragen Westen und Helme mit Sensoren, welche die Treffer registrieren. Ebenso sind die Fahrzeuge mit Sensoren ausgestattet. Wird eine Soldatin oder ein Soldat bzw. ein Fahrzeug vom Laser getroffen, wird dies in Echtzeit ausgewertet. Das System registriert den Treffer und kommuniziert die entsprechende Wirkung (z. B. „leicht verletzt“, „schwer verletzt“ oder „ausgefallen“). Es können diverse Situationen eingespielt werden, vom Artillerieschlag bis zum Luftangriff, auf die der Kommandant vor Ort zu reagieren hat. Die Daten werden aufgezeichnet und können für eine detaillierte Nachbesprechung (After-Action-Review) genutzt werden, um das Gefecht zu analysieren.
Herzlich willkommen im Jägerbataillon Burgenland
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Integration der Jägerkompanie Korneuburg, die im Zuge der Reorganisation in das Bataillon eingegliedert wurde. Diese Eingliederung stellt einen essenziellen Schritt zur Stärkung der strukturellen und operativen Fähigkeiten dar. Durch das gemeinsame Training konnten die Zusammenarbeit effizient aufgebaut sowie die Abläufe zwischen den Einheiten optimal abgestimmt werden.
Für die Jägerkompanie Korneuburg beginnt damit ein neues Kapitel in einem hochprofessionellen Verband, wo jeder die Möglichkeit hat, sich aktiv einzubringen, um individuell in seiner Rolle zu wachsen. Mit dem Ziel, gemeinsam besser und kampfkräftiger zu werden.
Gemeinsam sind wir stark
Zur gegenseitigen Ausbildungsunterstützung nahmen auch Kameradinnen und Kameraden des Jägerbataillons Niederösterreich an der Übung teil. Der gemeinsame Übungsansatz ermöglichte einen wertvollen Erfahrungsaustausch zwischen den Verbänden sowie die Optimierung der Zusammenarbeit auf Bataillonsebene.
Die Soldatinnen und Soldaten profitierten insbesondere vom Vergleich unterschiedlicher Herangehensweisen und taktischer Lösungsansätze.
Bodenständigkeit einmal anders
Am 23. April 2026 inspizierte der Chef des Generalstabes, General Rudolf Striedinger, die Milizübung des Jägerbataillons Burgenland in der Montecuccoli-Kaserne in Güssing. Nach einer Lageeinweisung durch die Kommandanten vom Jägerbataillon 19 und Jägerbataillon Burgenland, Oberst Christian Luipersbeck und Oberstleutnant Werner Winkler, überzeugte sich General Striedinger persönlich vom aktuellen Stand der Ausbildung direkt bei der Truppe.
Bei seiner Dienstaufsicht war General Striedinger nah bei den Soldatinnen und Soldaten und widmete sich in vielen persönlichen Gesprächen den Fragen und Anliegen der übenden Truppe.
„Wir befinden uns mit dem Jägerbataillon Burgenland in einer Transformationsphase von einem Verband, der bisher in erster Linie Wachsicherungsaufgaben oder Schutzaufgaben bewältigte, hin zu einem Bataillon, das gleichwertig ist mit den anderen Bataillonen der 3. Jägerbrigade“, betonte der ranghöchste Offizier des Österreichischen Bundesheeres. Er erkannte jene Szenarien, wo die gefechtstechnischen Herausforderungen der Transformation in der Praxis zum Tragen kamen.
Besonders beeindruckten General Striedinger auf einer Seite die Ernsthaftigkeit, mit der diese Aufgabenstellung angegangen wurde, wie auf der anderen Seite der Einsatz und der Elan jeder einzelnen Soldatin und jedes einzelnen Soldaten im Gefecht. 20 Jahre Jägerbataillon Burgenland
Den feierlichen Abschluss bildete ein Festakt am Samstag, dem 25. April 2026, bei dem das 20-jährige Jubiläum des Jägerbataillons Burgenland gewürdigt wurde. Ehrengäste aus Militär, Politik und Gesellschaft nahmen an der Veranstaltung teil. In einem würdigen Rahmen wurde auf die Entwicklung, die Leistungen und die Bedeutung des Bataillons für das Österreichische Bundesheer in den letzten zwei Jahrzehnten zurückgeblickt. Die Integration der Jägerkompanie Korneuburg wurde mit dem Festakt offiziell abgeschlossen.
Der Kommandant des Jägerbataillons Burgenland zeigte sich mit dem Verlauf der Übung und den Feierlichkeiten äußerst zufrieden: „Die vergangenen Tage haben eindrucksvoll gezeigt, wozu unsere Soldatinnen und Soldaten fähig sind. Die erfolgreiche Integration neuer Kräfte sowie die enge Zusammenarbeit mit anderen Verbänden sind ein klares Zeichen für unsere Leistungsfähigkeit. Damit setzt das Jägerbataillon Burgenland ein robustes Signal für starke Verbandsführung, einsatznahe Ausbildung, Kompetenzvertiefung und gemeinsame Einsatzfähigkeit im Rahmen zukünftiger Aufgaben.“
Eckdaten zum Jägerbataillon Burgenland
Das Jägerbataillon Burgenland ist im Süden des Burgenlandes in Güssing stationiert und geht auf die ehemaligen territorialen Milizbataillone 1 und 43 zurück. Die Milizsoldaten stammen überwiegend aus den Bundesländern Burgenland, Wien, Steiermark und Niederösterreich. Der Grundauftrag des Bataillons ist die militärische Landesverteidigung. Zivile Qualifikationen sowie die laufende militärische Aus- und Weiterbildung des Milizpersonals stellen die Basis für Erfahrung, Professionalismus und Kompetenz des Bataillons dar. Kommandant des Verbandes ist Oberstleutnant Werner Winkler.

